Aus Angst um Dein Kind

Aus Angst um Dein Kind

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ERZIEHUNG IST KINDERLEICHT 😉

Nämlich genau dann, wenn man seine eigenen Ängste ablegt und seinem Kind vertraut.

Kennst Du das, wenn Dein Kind etwas tun will und Du Angst hast, dass es das noch gar nicht kann? Oder die Sorge, dass ihm dabei etwas zustoßen könnte? Dann sagt man immer schnell: „Ach, lass mich das lieber machen.“ Oder sogar: „Das kannst Du doch noch gar nicht.“
Zum Beispiel das Schneiden mit einem richtig scharfen Messer….

Jesper Juul sagt: „Die beste Faustregel ist die, dass man niemals etwas für das Kind tun sollte, was dieses auch alleine tun kann.“

Natürlich gibt es dann immer ein erstes Mal, das man beaufsichtigen sollte. Aber generell lernen Kinder immer dann besonders schnell, wenn sie selbst dazu bereit sind und es wollen. Also sollten wir ihnen in diesen Momenten unser Vertrauen schenken, uns Zeit für sie nehmen und sie versuchen lassen. Damit wächst nicht nur ihr Können, sondern auch ihr Selbstvertrauen.

Geht es Dir auch manchmal so, dass Dein Kind etwas tut, was Du persönlich für zu gefährlich hältst? Vielleicht weil es Deine Eltern damals so gesagt haben? Dann sagen wir gerne: „Mach das lieber nicht!“ Oder Du verbietest es einfach aus Sorge um Dein Kind?

Jesper Juul sagt auch: „Zu viel Sorge ist Gift für unsere Kinder.“
Ich kann mich noch sehr gut an den Tag erinnern, als auch mir diese Einsicht kam. Das geschah so:

Als meine Tochter Maxi 5 Jahre alt war, war ich mit ihr auf einem Spielplatz mitten in einem Park. Es war ein richtig schöner, sonniger Tag. Und der Spielplatz ziemlich voll. Ich saß auf einer Bank, hatte ein Buch dabei, und Maxi rannte herum. Sie war ein sehr lebhaftes Kind. Sie konnte nie einfach mal dahocken und im Sand spielen, so wie andere Kinder. Sie war immer in action. Ich sitze also da und lese in meinem Buch. Da höre ich auf einmal ein lautes, entsetztes hhhhm. Ich gucke hoch, sehe meine Tochter nicht, aber merke, dass die Leute alle in eine Richtung sehen. Ich foge ihrem Blick. Da sitzt da oben etwas im Baum, etwa 5 Meter hoch. Ich schaue genauer hin. MAXI!!! Hilfe! Ich springe auf, renne dahin und befehle ihr, sofort herunterzukommen. Das macht sie dann auch. Quietschvergnügt, völlig problemlos. Ich war so aufgeregt. Mein Herz raste wie wild. Ich habe mit ihr geschimpft, dass sie doch den Spielplatz nicht verlassen soll und nicht so hoch klettern…
Und ich habe mich erst zu Hause wieder beruhigt. Als mir nämlich bewusst wurde, dass es ja MEINE Angst war da auf dem Spielplatz, und nicht ihre. Und dass ich meine Angst besser nicht auf sie übertragen sollte. In meinem tiefsten Inneren habe ich Maxi ja sogar um ihre Furchtlosigkeit beneidet. Und in diesem Moment habe ich das erste mal die Perspektive gewechselt. Ich habe nicht mehr überlegt, wie ich mein Kind ändern könnte, sondern was ICH am besten gegen meine Angst tue. Wir haben damals eine gute Lösung gefunden. Wir haben alle zusammen einen Kletterkurs gemacht. Danach wusste Maxi, wie hoch sie ohne Seil nur klettern sollte, sie kannte die Techniken und ich hatte weniger Angst.

Mein Fazit:
Hab Vertrauen in Dein Kind! Kinder lernen durch Probieren und eigene Erfahrungen. Und zwar NUR dadurch.

Mein Wunsch an Dich:
Wenn Du auch so eine ängstliche Mama oder ein ängstlicher Papa bist, dann frage Dich doch einmal, woher diese Angst kommt! Ist sie vielleicht auch von Deinen Eltern auf Dich übertragen worden? Vielleicht kannst Du etwas gegen diese Angst tun…!? Du wirst sehen, wie viel freier es Dich macht.