Warum schimpfen nichts bewirkt

Warum schimpfen nichts bewirkt

Schimpfen

ERZIEHUNG IST KINDERLEICHT! 😉

Nämlich genau dann, wenn dein Kind deine Reaktionen verstehen kann.

Kennst Du das vielleicht auch noch von früher: „Geh in die Ecke und schäm dich!“ oder „Geh in dein Zimmer und komm erst wieder heraus, wenn ich das sage?“ Das waren oft die Strafen unserer Eltern, wenn wir nach ihrer Meinung etwas falsch gemacht hatten.
Aber woher kamen diese seltsamen Ideen? Was hat die Zimmerecke damit zu tun, dass ich meinen kleinen Bruder geärgert habe? Warum soll ich in mein Zimmer gehen, wenn ich mit dem Essen herum geworfen habe? Oder Fernsehverbot wegen schlechter Schulnoten? Oder kennt Ihr noch den „Stubenarrest“? Heute würden sich die Kinder vermutlich darüber freuen. ;D Man müsste ihnen wohl eher „Draußenspielen“ verordnen…

Aber oft haben auch heutzutage die Konsequenzen, die Kinder von ihren Eltern erfahren, überhaupt nichts damit zu tun, was sie vorher getan oder auch nicht getan haben.
Wenn ich meinem Kind zeigen möchte, dass sein Verhalten falsch war, dann:
– sollte ich das ganz klar kommunizieren (ohne laut zu werden und zu „schimpfen“)
– mit dem Kind über die Gründe für sein Verhalten reden und
– sollte die Konsequenz im direkten Zusammenhang damit stehen, was vorab passiert ist.

Letztens berichtete mir eine Mutter, dass ihr vierjähriges Kind zu Hause nach dem Kater getreten hat. Sie war unsicher, wie sie reagieren sollte. Was wäre eine Konsequenz, die für das Kind logisch nachzuvollziehen wäre?
– Zum Beispiel, dass das Kind dann anschließend für einen Tag die Verantwortung für das Tier übernimmt, sich ums Füttern kümmert usw. Das geht auch bei einem Vierjährigen mit Hilfe der Eltern schon sehr gut. So gewinnt das Kind einerseits mehr Nähe zu dem Tier. Und es ist sozusagen wie eine „Entschuldigung“ dem Kater gegenüber.
– Außerdem ist es wichtig, dass man nicht mit dem Kind schimpft, sondern ihm ruhig, aber klar erklärt, dass es ja selbst auch nicht möchte, dass es getreten wird und das das ein absolutes Tabu ist.
– Zudem sollte man das Kind fragen, warum es das getan hat. Ein Kind hat meistens einen Grund für sein Verhalten, den wir als Eltern nicht unmittelbar nachvollziehen oder erahnen können. Vielleicht war das Kind böse auf den Kater, weil er in diesem Moment mehr im Mittelpunkt stand…?

Fazit: Wenn mein Kind ein Verhalten gezeigt hat (etwas getan oder auch gelassen hat), das ich nicht gutheißen kannst, sollte ich mich fragen:
Woran könnte es liegen? Was ist der Grund?
Bin ich meinem Kind gegenüber klar und deutlich?
Gibt es eine „Konsequenz“, die mein Kind versteht und eventuell langfristig eine Veränderung bringt?
Das bedeutet, ich sollte mich zuerst selbst reflektieren! Denn Erziehung beginnt bei mir! 😀

Jesper Juul: „Die Qualitäten von Eltern bemessen sich nicht nach den Regeln, die sie ihren Kindern vorgeben, sondern nach der Art ihrer Reaktionen, wenn diese Regeln gebrochen werden.“